Ausstellung vom 07.06 – 08-06. in der Arneken Galerie Hildesheim. 
Die Ausstellung ist von 16 – 20 Uhr geöffnet.
Die Ausstellung wird vom 01.08 – 04.08.2019 auf dem bayimba festival of the arts in Kampala (Uganda) vorgestellt.
Im September 2019 kann die Ausstellung in Hildesheim und Berlin besucht werden.

In meiner Masterthesis beschäftige ich mich mit der Frage, inwiefern Extended Realities physische Räume erweitern können und wie dadurch die Perspektive des Individuums auf die Umwelt verändert wird. Ziel ist es, einen Reflexionsprozess in Gang zu setzen, der dadurch entsteht, dass wir versuchen, die unterschiedlichen Sichtweisen zu einer konvergenten Realität zusammenzuführen. Wir legen im Laufe unseres Lebens kognitive Schemata an, die meistens durch Assimilation gespeist werden. Funktioniert eines unserer Schemata nicht mehr, so ist es nicht mehr viabel und muss angepasst werden. Extended Realities können dabei helfen, flüchtige Gedankenräume zu materialisieren und in Bezug zur physischen Realität zu setzen. Es geht also nicht darum, einen digital layer zu schaffen, um der physischen Welt zu entfliehen, sondern darum, unsere Brille zu wechseln, um unsere eigene Realität auf ihren Wahrheitsanspruch zu überprüfen. Die Ausstellung Datenhoheit ist der praktische Test meiner Theorie.

Ich studiere Digitale Medien mit dem Schwerpunkt Interaction Design und beschäftige mich stark mit Identitätsbildung und -auslebung in Onlinewelten. Da liegt die Frage nahe, ob wir eigentlich wissen, was unsere nutzerbezogenen Daten über uns verraten. Mein Kommilitone Carlo Frisch besaß nicht nur die Neugier wissen zu wollen, was ich über ihn herausfinden könnte, sondern hat auch den Wert der Aufgabe erkannt, sich transparent mit seinen ungeschönten Daten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit geht also auch ein kritisches Statement in Richtung von Plattformen wie Instagram, wo es doch eher darum geht darzustellen, dass Glück und Erfolg der Person inhärent sind. Ich frage mich, ob es unserer Gesellschaft gut tun würde, die Menschen um uns herum, mit all ihren Facetten kennenzulernen. Das würde uns vielleicht Druck nehmen und gleichzeitig öffnen, für die Akzeptanz der Andersartigkeit der Menschen um uns herum. In der Ausstellung werfen wir einen Blick auf die Interessen von Carlo in ausgewählten Zeiträumen von 2008 bis 2019. Ich nutze Augmented Reality und Virtual Reality um die Betrachtenden dazu zu bewegen ihre Perspektive ändern zu müssen. Am Ende frage ich von den Besuchenden die Eindrücke ab, die sie von Carlo gewonnen haben.

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